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Richard Pfretzschner, Sohn des Bogen- und Saitenmachers
Carl Richard Pfretzschner, gründete im Jahre 1880
die Firma H. R. PFRETZSCHNER in Markneukirchen, im damaligen
böhmisch-sächsischen Musikwinkel, wo das Bogenmacherhandwerk
in Deutschland seinen Ursprung fand. |
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Bei
seinem Vater Carl Richard erlernte Hermann Richard das
Bogenmacherhandwerk in Markneukirchen. Nach seiner Lehrzeit
entschied
er sich, die damals so hoch entwickelte Bogenmacherkunst
in Paris zu studieren. Er wurde 1873 der letzte Schüler
des berühmten Geigenbauers und Bogenmachers Jean
Baptiste Vuillaume (1798-1875) in Paris. Vuillaume
arbeitete nach dem französischen Meister Franz Tourte
(1747-1835), der dem Bogen die heutige Form gab und erstmals
Fernambukholz verwendete. |
Die Lehrzeit
bei dem großen Meister sollte Hermann Richards weiteres
berufliches Leben sowie den gesamten deutschen Bogenbau stark
beeinflussen.
1880 gründete
er schließlich seine eigene Werkstatt in Markneukirchen,
welche er außerordentlich erfolgreich führte. Hermann
Richard Pfretzschner wurde im Jahre 1901 der bedeutende Titel
des "Königlich
Sächsischen Hoflieferanten" verliehen, was ihn
von da an berechtigte, das sächsische Königswappen
in die Frösche seiner Bogen zu stempeln. 1911 wurde Hermann
Richard durch den Großherzog von Sachsen Weimar der
Titel eines "Großherzoglich Sächsischen Hoflieferanten"
verliehen.
Er war der wahrscheinlich einzige Bogenmachermeister, der
je diese Titel verliehen bekam.
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Waren
die Bogen seiner frühen Schaffensperiode vor 1900
meist von der Modellvorlage F. N. Voirins geprägt,
arbeitete Hermann Richard in der Folge nach mehreren
französischen und auch englischen Vorbildern, ohne
jedoch seinen eigenen Stil zu verlieren.
Einige
seiner vielfältigen Bogenmodelle benannte er nach
renommierten Musikern seiner Zeit, wobei er eine besondere
Liebe dem sogenannten Wilhelmj-Modell entgegen brachte.
Die Vervollkommnung des Violinbogens schaffte Hermann
Richard Pfretzschner in der Zusammenarbeit
mit dem berühmten Geigenvirtuosen Prof. August
Wilhelmj (1845-1908), welchen er 1903 persönlich
traf und nach dessen Anregungen er das Wilhelmj-Modell
entwickelte. Diesen Modellnamen ließ Hermann Richard
später gesetzlich schützen.
Im
Jahre 1914 übergab Hermann Richard Pfretzschner
das Geschäft seinen Söhnen Hermann und Berthold
Pfretzschner, die beide das Bogenmacherhandwerk bei
ihren Vater Hermann Richard erlernten.
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In der Werkstatt wurde eine beachtliche Anzahl von Bogen unterschiedlicher
Qualitäts- und Preiskategorien hergestellt. Ebenfalls
wurde von Beginn an eine große Zahl von Bassbogen nach
verschiedenen Modellen angefertigt, die auch heute noch sehr
gefragt sind.
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Nach
dem Tod seines Onkels Hermann übernahm 1958 Horst
Pfretzschner, der bei seinem Vater Berthold das Bogenmacherhandwerk
erlernte, die geschäftlichen Geschicke der Firma.
In der für selbständige Handwerker immer schwieriger
werdenden Gesetzgebung der sozialistischen DDR sah sich
Horst gezwungen, die bis dato selbständige Familienwerkstatt
1966 der staatlichen PGH Sinfonia einzugliedern. Diese
wurde 1972 zum volkseigenen Betrieb VEB Sinfonia, welche
1985 der VEB Musima angegliedert wurde. |
Die
Brüder Heinz und Richard erlernten beide bei ihrem
Vater Horst und Großvater Berthold in der Familienwerkstatt
in Markneukirchen den Beruf des Bogenmachers.
Die Bogen der Werkstatt werden von Generation zu Generation
mit dem traditionellen Familienstempel H. R. PFRETZSCHNER
und dem sächsischen Königswappen im Frosch gestempelt. |
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